Samojeden und die Sozialisierungsphase

 

DIe Sozialisierungsphase bereitet unseren vierbeinigen Begleiter auf ein Zusammenleben mit seiner neuen, sozialen Gruppe vor. Von grundlgender Bedeutung ist hierbei für uns sicher die Art der Bindung und deren Tiefe, welche der Hund zu dem Menschen aufbauen wird. Der Traum, welcher dem Mythos eines bedingungslos-verlässlichen und emphatischen Zusammenlebens zu Grunde liegt, findet optimalerweise seinen Ursprung innerhalb des Zeitraumes zwischen der vierten und der fünfzehnten Woche. Um Mißverständnissen vorzubeugen sei an dieser Stelle darauf verwiesen, dass dieser Zeitraum nicht mit dem optimalen Abgabezeitraum der Welpen gleichzusetzen ist. Anliegen der Sozialisationsphase ist die Gewöhnung des Hundes an die Spezies Mensch im Allgemeinen, nicht zwingend an die neue Bezugsfamilie. Der günstigste Umzugszeitraum in die neue Familie liegt zwischen der achten und zwölften Lebenswoche.

Diese Prägungsphase nutzt der Hund, um Kontakte - zu der ihn umgebenden sozialen Gruppe - aufzubauen. Innerhalb dieses Zeit sollte der Mensch die Möglichkeit des Aufbaus einer angstfreien Begegnung nutzen. Wenngleich das Fluchtverhalten und die natürliche Skepsis beim Hund weniger als beim Wolf ausgeprägt ist, so gibt es auch bei diesem Tier eine animalische Veranlagung, welche unseren Vorstellungen eines gemeinsamen Zusammenlebens entgegenwirken kann. Innerhalb der Entwicklung eines Wolfes endet der bestemögliche Kontaktzeitraum mit dem Menschen nach ca. zwei Wochen. Eine "erfolgreiche" Sozialisation wird im Folgezeitraum deutlich erschwert. Beim Hund hingegen ist auch eine spätere Einstellung auf den Menschen möglich. Selbst Hunde, die in der Wildbahn aufgewachsen waren und augenscheinlich verwildert schienen, lassen sich unter gewissen Umständen an das Zusammenleben mit dem Menschen heranführen. Die Intensivität und Vertrautheit wird in der Regel aber nie die Qualität erreichen, welche durch eine rechtzeitig erfolgte Sozialisation angebahnt werden kann.

Neben der Gewöhnung an den Menschen geht es für den Hund selbstverständlich auch um eine angstfreie Begegnung zu anderen Vierbeinern und Tieren im Allgemeinen. In diesem Zusammenhang obliegt auch schon den Züchtern unserer zukünftigen Familienmitglieder ein Großteil der Veranwortung. An dieser Stelle nochmals unseren herzlichen Dank an unseren Herkunftszwinger.

Neben der herrkömmlichen Meinung, auch noch auf vielen Hundesportplätzen, dass sich die Hunde schon irgendwie arrangieren werden, betrachten wir diese Einstellung mit einer gesunden Vorsicht. Allzu oft ist zu vernehmen: "...Der hat doch noch Welpenschutz... etc" Grundsätzlich stimmen wir der Meinung zu, dass sich die Hunde schon zusammenfinden werden und eine natürliche Hierarchie sehr schnell entsteht. Wichtig für uns war an dieser Stelle aber stets, welches Umfeld wir mit unseren Welpen betraten. Die soziale Grundintelligenz, welche den Hunden zuschrieben wird (in der Natur klären die Tiere es doch auch selbst) hat sicher seine Berechtigung. Allzuleicht wird leider nur vergessen, dass sich diese Tiere in einem Rudel befinden und in diesem bis dato herangewachsen sind. Insofern hat sich - unabhängig von den alpha-Zeugungsvoraussetzungen - eine natürliche Hirarchie gebildet. Dem Hund hingegen ist diese Möglichkeit in der Regel leider nicht vergönnt. Insofern sind ausschließlich erfolgende, sporadische Wochenend-Gastauftritte in einer Welpengruppe u.E. nicht immer förderlich. Vielmehr besteht die Gefahr, das die gewünschte Sozialisation durch Negativerfahrungen (insbesondere mit größeren, älteren oder unsozialisierten Hunden) sich gegenteilig auswirken kann. Spotan fallen uns da so einige Beispiele ein, in welchen den jeweiligen Viebeinern keine angstfreie Begegnung mit anderen Hunden mehr möglich ist.

Elementare Erziehungs- und Rangordnungsprozesse können in dieser Zeit angebahnt werden. Die Umsetzung trainingsorientierter Maßnahmen sollte unserer Ansicht nach noch nicht im Vordergrund stehen. Im Verlaufe unserer Jahre hat sich auch unsere Sicht auf das Training verändert und es ist mehr Entspannung und Ruhe eingetreten.

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